Wir werden regelmäßig von Menschen angesprochen, die den Schritt in die Selbstständigkeit im Fahrradhandel oder in der Werkstatt wagen wollen. Fast immer steht dabei dieselbe Kernfrage im Raum: Wo bekomme ich verlässliche, praxisnahe Informationen, ohne mir alles mühsam aus unzähligen Quellen im Internet zusammensuchen zu müssen?
Genau hier setzt die Buchreihe an. Sie ist als strukturierte Orientierungshilfe konzipiert und behandelt systematisch die zentralen Themen, mit denen Gründer ebenso konfrontiert sind wie bestehende Betriebe, die ihre Prozesse verbessern oder neu ausrichten möchten. Dazu gehören unter anderem Fragen der Warenwirtschaft – welches System passt zur Betriebsgröße und zum Geschäftsmodell –, die Auswahl geeigneter Hersteller- und Servicekonzepte, etwa im Umfeld von Shimano, sowie die Planung einer effizienten, ergonomischen und wirtschaftlich sinnvollen Werkstatteinrichtung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Nachhaltigkeit im Werkstatt- und Handelsalltag. Behandelt werden unter anderem Rücknahme- und Recyclinglösungen, beispielsweise Systeme von Schwalbe, sowie die Frage, wie ökologische Verantwortung realistisch und wirtschaftlich tragfähig in den laufenden Betrieb integriert werden kann – jenseits von Marketingfloskeln.
Darüber hinaus wird klar herausgearbeitet, dass Fahrradverkauf grundlegend anders funktioniert als der Verkauf klassischer Konsumgüter wie Bekleidung oder Lebensmittel. Fahrradverkauf ist kein reiner Abverkauf, sondern ein beratungsintensiver Prozess, bei dem Nutzung, Technik, Ergonomie, Servicefähigkeit und langfristige Kundenbindung eine zentrale Rolle spielen. Entsprechend wichtig sind fundierte Analysen von Zielgruppen, Kaufmotiven, Entscheidungsprozessen und typischen Fehlerquellen im Verkauf.
Ein weiterer zentraler Themenblock ist Marketing. Viele Betriebe verfügen weder über die Zeit für umfangreiche Social-Media-Aktivitäten noch über die finanziellen Mittel, externe Agenturen zu beauftragen. Deshalb wird zunächst vermittelt, welche Marketingmaßnahmen für Fahrradbetriebe überhaupt relevant sind – und welche nicht. Darauf aufbauend werden konkrete Ansätze aufgezeigt, wie Marketing auch ohne große Online-Werbebudgets funktionieren kann: lokale Sichtbarkeit, Kundenbindung am Point of Sale, Empfehlungsmechanismen, regionale Kooperationen und einfache, dauerhaft umsetzbare Marketingstrukturen.
Der Anspruch der Buchreihe ist dabei bewusst pragmatisch gehalten. Sie will keine Theorie vermitteln, sondern Entscheidungshilfen und umsetzbare Grundlagen liefern. Wenn Leser auch nur einzelne Punkte daraus konkret in ihrem Betrieb anwenden, hat die Buchreihe ihren Zweck bereits erfüllt.











